Neue Deister-Zeitung, 28. März 2006

Achtstimmiger Chorsatz auf Spitzenniveau

Auftaktkonzert der Reihe "Klanghorizonte 2006" / Ehemalige des Kreuzchores Dresden

Bad Münder Das Chorkonzert mit dem Männerchor "arcanum musicae" aus Dresden - frei übersetzt "Das Geheimnis der Musik" - in der Petri-Pauli-Kirche kann ohne Übertreibung als Lehrstunde in Sachen Männerchor bezeichnet werden.

arcanum musicae

Was die 15 Sänger im Rahmen der diesjährigen Klanghorizonte den Zuhörern im vier- und sogar achtstimmigen Chorsätzen präsentierten, war Chorgesang auf Weltspitzenniveau. Das jugendliche Männerchorensemble setzt sich aus ehemaligen Mitgliedern des Kreuzchores Dresden zusammen. Im Chor selbst singen die Kinder etwa zehn Jahre lang geistliche und weltliche Chormusik aus allen Jahrhunderten. Tägliche Probenarbeit sowie individueller Gesangs- und Instrumentalunterricht schulen die Stimmen bis zur Perfektion. Mit dem Abitur endet dann die Mitgliedschaft im Kreuzchor.

Unter der Leitung des Dirigenten Jens Banditz hat sich der heutige Männerchor aus Ehemaligen gebildet. Das Ensemble trat unter anderem schon in der Dresdner Dreikönigskirche und in der Schweiz auf - auch auf eine große USA-Tournee können die Musiker zurückblicken. "Nur persönliche Beziehungen ermöglichten es uns, diesen erstklassigen Männerchor nach Bad Münder zu holen", berichtete der ehemalige Kantor Ansgar Schlei, der die Konzerte begleitet. Begrüßt wurden die Zuhörer mit dem Chorsatz "Laetentur coeli" von Hans Leo Hassler. Mit den Werken "O God, Thou Art My God", "Freu dich heut und alle Zeit", "Jubilate Deo" oder "Der Liebe Macht", konnten die Ex-Kruzianer beweisen, wie groß ihre stimmliche Wandlungsfähigkeit und stilistische Vielfalt ist.

Zu absoluten Höhepunkten an diesem Abend avancierten der siebenstimmige gesungene Männerchorsatz "Psaume 121" und das sogar achtstimmig vorgetragene "O magnum mysterium". Dem Leiter und Dirigenten Jens Bauditz gelang es, die Bassstimmen so harmonisch um die Tenorstimmen zu winden, dass der Zuhörer bei geschlossenen Augen den Eindruck gewann, die Stimmen würden durch das Kirchenschiff schweben. Schlei an der Orgel rundete das Konzert mit neuen und selten gehörten Klangrhythmen aus England und Spanien ab.

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