Märkische Allgemeine (Havelländer), 26. April 2004

Dresdner Töne

Gut besuchte 5. Falkenseer Musiktage für Freunde der Klassik

von Irene Krieger

Ausverkaufte Konzerte bei Musiktagen

Die 5. Internationalen Falkenseer Musiktage endeten am Wochenende mit großem Erfolg. Umjubelt wurden die Auftritte des A-cappella-Chores "Arcanum musicae" sowie Künstlern der Dresdner Semperoper.

arcanum musicae

(Foto: Irene Krieger)

Vierzehn junge Männer brachten das Publikum am Sonnabend in Hochstimmung. Der Chor "Arcanum musicae" sang im Rathaussaal Motetten, Madrigale und Lieder. Bis zu ihrem Abitur gehörten sie alle dem Dresdener Kreuzchor an. Nach zehn Jahren der Gemeinsamkeit wollten sie nicht auseinander gehen, sondern gründeten das "Geheimnis der Musik": Arcanum musicae. Auch dabei der in Falkensee wohnende Martin Sommer. Unter ihrem musikalischen Leiter, Jens Bauditz, der an der Berliner Hanns-Eisler-Musikhochschule Gesang studiert und davon träumt, einmal als Bariton die Opernbühnen zu erobern, haben die Sänger ein umfangreiches Repertoire erarbeitet, das geistliche und weltliche Musik vom Mittelalter bis in die heutige Zeit umfasst. Im ersten Teil der Veranstaltung sangen sie Motetten, nach der Pause standen Madrigale und Lieder auf dem Programm. Alles für vierstimmigen A-cappella-Chor, der sich in Abschnitten bis zu achtstimmig spalten konnte. Mit "Die Himmel seien fröhlich" von Hans Leo Hassler (1564-1612) begann der Nachmittag, der als älteste Komposition ein witziges mit Kastagnetten und Sologesang bereichertes "Riu, riu, riu" aus dem Spanien des 15. Jahrhunderts enthielt. Die jungen Männer sangen in lateinischer, deutscher, englischer, amerikanischer und französischer Sprache, hatten ein beeindruckendes "Jerusalem" von Darius Milhaud (1892-1974) ebenso im Programm wie einen Henry Purcell, der auch Kopfstimmen erforderte. Ganz dunkel und mysteriös dann das "0 magnum mysterium" des 1943 geborenen Morten Lauridsen über die Geburt Christi. Die ernsten, hohe Konzentration ausdrückenden Gesichter wurden im zweiten Teil fröhlicher, als sie beispielsweise ein Summ, summ, summ in den Bassstimmen in "Es flog ein alter Käfer" intonieren durften und ein La, la, la in "Fahren wir froh im Nachen mit Scherz und Lachen". Schließlich war man im 20. Jahrhundert angekommen mit Sigmund Spaeths "My Evaline, say you'll be mine" und "Wochenend und Sonnenschein", ein Markenzeichen der berühmten Comedian Harmonists. Das erforderte noch Zugaben, die mit "Mr. Sandman, bring me a dream" und "Das ist der Traum der spanischen Nächte" freundlich erfüllt wurden.

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